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Ulrich Eggers neueste Bilder schaut man nicht nur an, man erlebt sie mit allen Sinnen. Dabei spielt es keine Rolle, ob man sie mag oder ablehnt. Sie regen die Phantasie an. Sie beginnen zu leben, je länger man sie betrachtet. Was
verbirgt sich hinter einer gesichtslosen Fassade eines Mehrfamilienhauses.
Welche Schicksale verstecken graue Vorhänge? Wer wohnt hinter verschlossenen
Fenstern, steigt jeden Tag zu seiner Wohnung hinauf, vorbei an Türen,
hinter denen all die Fremden leben, die man nur vom Klingelschild kennt,
deren Namen sich aber doch so häufig ändern, dass sie immer
wieder überklebt werden. Das alles sieht man nicht in Eggers Bildern und erlebt es dennoch. Es macht Spaß sich auf sie einzulassen. Man tritt eine Reise an und entdeckt Unbekanntes, das doch sehr vertraut ist, jeden Tag anders, abhängig vom eigenen Befinden. Schaut
man seine Fotos lange genug an, blickt man beispielsweise nicht nur in
die abgebildete Baugrube, sondern ist umtost von Staub und Lärm des
Baggers. Barbara
Herles, Journalistin. Süddeutsche Zeitung |